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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
01.03.2008
Kategorie: Diskotheken, Diskriminierung, Sicherheit, Türsteher

Aufruf zu professioneller Arbeit an der Türe: Jedem Gast unvoreingenommen begegnen!


Der Vorstand der ASCO hat einstimmig einen Verhaltenskodex betreffend Einlassverweigerungen verabschiedet. Bars und Clubs werden aufgerufen, eine professionelle Türpolitik zu betreiben. Es ist nicht nur moralisch fragwürdig, jemanden einzig aufgrund der Herkunft oder Hautfarbe abzuweisen, sondern auch gesetzeswidrig.

Gute Türsteher erkennen potentielle Streithähne, ohne deren Pass anzuschauen oder auf den Akzent zu achten. Dank Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl sorgen sie dafür, dass eine angenehme, bunte Gästeschar entsteht. Die Herkunft soll höchstens eine Rolle spielen, wenn es um den Erhalt dieser gesunden Publikumsmischung geht.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, zu sensibilisieren und zur Verhältnismässigkeit aufzurufen. Selbstverständlich halten wir aber auch das Hausrecht der Betreiber hoch, denen es gestattet sein muss, ihr privates Eigentum zu schützen. Wer aggressiven Menschen nicht mit Bestimmtheit entgegen tritt, wird bald ein leeres Lokal haben.

Verhaltensregeln als PDF


Wir haben ein Problem

Diskriminierende Einlassverweigerungen nehmen zu. Clubbesitzer können es sich nicht leisten, sentimental zu sein. Zu wichtig sind eine fröhlich-entspannte Stimmung und ein guter Gästemix für den kommerziellen Erfolg. Selektion ja, aber bitte verhältnismässig!

"Apartheid in der Berner Clubszene", so lautete kürzlich die Schlagzeile einer grossen Gratiszeitung. Es gebe immer mehr Bars und Diskotheken, die nur noch Schweizer und Ausländer mit C-Ausweis einlassen, und zwar nicht nur in Bern, sondern auch anderswo in der Schweiz.

Dem ist wohl so, doch bin ich überzeugt, dass die Clubbetreiber solch einschneidende Selektionsmassnahmen nicht leichten Herzens treffen - und schon gar nicht aus rassistischen Motiven. Das Resultat wird teilweise dennoch als ausgrenzend empfunden. Das ist verständlich: Man versetze sich in die Lage eines jungen Menschen, der überall Ablehnung erfährt, nur weil einige seiner Landsleute für Radau sorgten.

Jeder Mensch verdient es, dass wir ihm unvoreingenommen und professionell begegnen. Alle in einen Topf zu werfen ist unfair! Gute Türsteher erkennen potentielle Streithähne, ohne deren Pass anzuschauen oder auf den Akzent zu achten. Dank Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl sorgen sie dafür, dass eine angenehme, bunte Gästemischung entsteht.

Sie werden einwenden, dass aggressives Auftreten bei Gästen gewisser Herkunft stark zugenommen hat. Das ist sicher mehr als subjektives Empfinden, denn fast jeder Betreiber weiss ein Lied davon zu singen. Es ist der Sache nicht dienlich, wenn wir Tatsachen schön reden, so wie es die Integrationsindustrie und linke Kreise gerne tun. Wir haben ein Problem mit zunehmender Gewalt. Und Heranwachsende aus dem Balkan und der Türkei gehören überdurchschnittlich oft zu den Tätern - aus was für Gründen auch immer. Es ist deshalb gerechtfertigt, wenn wir bei Gästen aus diesen Kulturkreisen etwas genauer hinschauen. Die vielen Anständigen unter ihnen - die Mehrheit - hat es aber verdient, dass wir den Einlassentscheid aufgrund sachlicher Kriterien fällen.

Ein Augenmerk müssen wir vermehrt auf die sorgfältige Rekrutierung und Ausbildung von Sicherheitsleuten werfen. Das sind keine Unterschichten-Jobs für Muskelpakete mit Rambo-Allüren. Die Tätigkeit ist äusserst anspruchsvoll und muss deshalb anständig bezahlt werden.

Seien wir ehrlich: Diskothekenbetreiber kommen nicht darum herum, ihr Publikum zu selektieren. Das kann über den Musikstil, die Lautstärke, die Preispolitik, die Einrichtung, das Design und die Eintrittskontrolle geschehen. Wer viel Geld investiert hat, kann es sich nicht leisten, ganz auf Diskriminierungen zu verzichten: Junge, Männer und Schlechtaussehende werden gegenüber Älteren, Frauen und Gutaussehenden benachteiligt. Eine hübsche Albanerin kommt eher in einen Club als ein pubertierender Schweizer.

Wichtig ist es, dass die Selektion stets massvoll bleibt, der Sicherheit und dem Zweck dient, die richtige Publikumsmischung zu erreichen. Erfolgt eine Verweigerung einzig aufgrund von Hautfarbe oder Herkunft, so ist das nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch strafbar. Der Vorstand der ASCO ruft mit einem Verhaltenskodex alle Unterhaltungsbetriebe auf, sich vermehrt Gedanken zu einer fairen, professionellen Türpolitik zu machen.