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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
09.10.2005
Kategorie: Krankenpflegeversicherung, Tänzerinnen

ASCO-Krankenpflegeversicherung: Kein nationaler Einheitstarif mehr


Fast 300 Schweizer Nachtbetriebe versichern ihr Personal mit der ASCO-Verbandslösung bei der Krankenpflegeversicherung Swica. Das Bundesamt für Gesundheit hat nun als Aufsichtsbehörde die Anpassung unserer Branchenlösung verlangt. Mit Wirkung ab 1. Januar 2006 treten verschiedene Änderungen in Kraft. Die betroffenen Betriebe wurden von der Versicherung bereits im Detail orientiert.

Neu müssen die Prämien entsprechend dem Betriebsstandort erhoben werden. Im Vergleich zum bisherigen nationalem Einheitstarif bringt das für die meisten Betreiber eine überdurchschnittliche Erhöhung mit sich. Das schmerzt, weil fast in der ganzen Schweiz minimale Nettolöhne für Tänzerinnen vorgeschrieben sind, schlussendlich also der Arbeitgeber die Verteuerung übernimmt.

Leider muss künftig auch eine Franchise (Selbstbehalt) von 250 Franken eingeführt werden. Die bisherige Zusatzversicherung nach VVG zur Abdeckung der gesetzlichen Kostenbeteiligung darf nicht mehr weitergeführt werden. Arbeitgeber müssen darauf achten, dass Sie bei einem allfälligen Behandlungsbeginn diesen Betrag sicherstellen.


Bund richtet Chaos an!

Die Krankenkasse der ASCO, ein Modell ohne Franchise und mit nationalem Einheitstarif, funktioniert seit über einem Jahrzehnt bestens! Da Tänzerinnen nicht in Montreux, Winterthur oder St. Moritz leben, sondern monatlich ihren Arbeitsort wechseln, war unsere Lösung nicht nur für Artistinnen und Cabaretiers optimal, sondern auch für die Agenturen und die kantonalen Bewilligungsbehörden. Immer redet man davon, die KMUs zu entlasten, doch die Bundesbehörden richten einmal mehr das blanke Chaos an: In Genf bezahlen Tänzerinnen nun zweihundert Franken mehr als in St. Gallen. Die Franchisen werden zu grossen Problemen führen, weil die Versicherten beim Eintreffen der Arztrechnung schon lange über alle Berge sind. Die Agenturen müssen alleine für den Kanton Zürich sechs verschiedene Tarifmodelle anwenden.

Die Zeche bezahlen die Unternehmer, weil vielerorts das ungerechte System staatlicher Mindest-Nettolöhne den Abzug der höheren Prämie verhindern. Es kann doch nicht sein, dass jede Erhöhung bei den Sozialversicherungen alleine von den Patrons bezahlt werden muss. Die Arbeitsbedingungen der Artistinnen sind unter solchen Umständen neu auszuhandeln! Der Wettbewerb wird verzerrt, weil es künftig Tänzerinnen geben wird, die sich weigern, in Kantonen mit hohen Prämien zu arbeiten. Ich gratuliere dem zuständigen Bundesamt für diesen einmaligen Wurf!

Angelo Pfister, ASCO-Vorstandsmitglied