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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
18.10.2006
Kategorie: Cabarets, L-Bewilligungen, Tänzerinnen

Kanton Bern gegen Artistinnen!


Der Kanton Bern will ab 2007 die sogenannten L-Bewilligungen für Artistinnen von ausserhalb des EU- und EFTA-Raums abschaffen. Diese völlig unverständliche Entscheidung von Regierungsrat Hans-Jürg Käser mussten die Berner Cabaretiers den Medien entnehmen.

Der Wegfall der L-Bewilligungen wird tragische Konsequenzen haben. Hier wird auf dem Buckel der Artistinnen eine menschenverachtende Politik betrieben. Den Cabarets wird die wirtschaftliche Zukunft verbaut, denn aus dem EU-Raum lassen sich nicht genügend Tänzerinnen rekrutieren.

Die L-Bewilligung hat für die Artistinnen verschiedene Vorteile, etwa einen Arbeitsvertrag mit einem garantiertem Grundlohn von 4500 Franken brutto, Rechtsschutz, Krankenversicherungen, medizinische Untersuchungen und die Möglichkeit, einen Ombudsmann oder Beratungsstellen zu kontaktieren.

Neben der ASCO wenden sich auch die Aids-Hilfe Schweiz und die Frauenorganisation Xenia gegen die Abschaffung der L-Bewilligungen für Tänzerinnen. Wir fordern die Berner Regierung auf, ihren Entscheid rückgängig zu machen. Geschieht dies nicht, muss ein grosser Teil der Berner Cabarets für immer schliessen. Gleichzeitig werden der Illegalität die Schleusen geöffnet.


Interview mit Max Hufschmid: "Die Regierung vernichtet Arbeitsplätze"

Der Präsident von ASCO Bern, Max Hufschmid, erklärt im folgenden Interview, weshalb er sich vehement gegen die Abschaffung der L-Bewilligungen für Cabaret-Tänzerinnen wehrt.

Was halten Sie vom Entscheid der Berner Regierung, den Artistinnen künftig die L-Bewilligungen zu verwehren?

Die Entscheidung von Regierungsrat Hans-Jürg Käser ist mir völlig unverständlich. Eine solche Politik ist scheinheilig: Ob man Cabarets nun mag oder nicht, sie entsprechen seit Jahrzehnten einem Bedürfnis. Ohne entsprechende Nachfrage gäbe es keine Nachtclubs.

Welche wirtschaftlichen Folgen befürchten Sie?

Die 34 Berner Cabarets liefern dem Kanton jährlich über zwei Millionen Franken an Quellensteuern und Gebühren ab. Kann der Kanton darauf verzichten? Die AHV erhält rund eine Million Franken pro Jahr. Es geht auch gerne vergessen, dass wir eng mit anderen Wirtschaftszweigen verbunden sind, z.B. mit Getränkelieferanten und Vermittlungsagenturen. Der Kanton Bern vernichtet Hunderte von Arbeitsplätzen und investiertes Kapital in Millionenhöhe.

Wie werden die Gäste reagieren?

Sie werden ein paar Kilometer weiter fahren und Cabarets in einem anderen Kanton besuchen. Oder Sie nutzen illegale Angebote. Gerade in der Illegalität geniessen den Frauen aber nur geringen Schutz!