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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
28.10.2014
Kategorie: L-Bewilligungen

Es braucht eine längere Übergangszeit!


L-Bewilligungen für Tänzerinnen aus Drittstaaten werden nur noch bis Ende 2015 ausgestellt. Das wird einschneidende Folgen für die Frauen und die Cabarets haben. Von ehemals über 300 klassischen Night-Clubs werden wohl schon bald nur noch ein paar Dutzend übrig sein. 

Der Entscheid des Bundesrats ist juristisch korrekt. Ärgerlich ist die Begründung, denn das Tänzerinnenstatut hat sich bestens bewährt. Die Regelung bot eine beinahe schon einmalige Rechtssicherheit – sogar verglichen mit Gesamtarbeitsverträgen für Inländer. Nun wird ein ganzer Wirtschaftszweig abgestraft, weil manche Kantone ihren Aufgaben im Vollzug nicht nachkamen.  

Frauen aus Drittstaaten werden vermehrt mit einem Touristenvisum oder illegal in die Schweiz einreisen. Das Einschleusen von Frauen aus Osteuropa, Afrika und Südamerika über Schengen-Länder ist leider bereits heute Alltag. Ohne Arbeitsbewilligung werden diese Frauen in den Untergrund gedrängt. Das begünstigt kriminelle Strukturen, Menschenhandel und Zwangsprostitution. 

Der Fortbestand der Cabaret-Branche ist gefährdet. Ein wichtiger Bestandteil des gastronomischen und touristischen Angebots bricht weg. Von der Abschaffung des Tänzerinnenstatuts werden nur kriminelle Banden profitieren, die Frauen einschleusen und brutal ausbeuten. 

Wir versuchen, für bestehende Betriebe eine längere Übergangsfrist zu erreichen, damit deren Inhaber Zeit erhalten, laufende Mietverträge zu erfüllen, ihren Betrieb zu verkaufen oder neu zu konzipieren. Vermutlich wird bereits vor Ablauf der Übergangsfrist ein Mangel an Tänzerinnen herrschen, weil es kaum mehr Einreisen geben wird, wenn die Frauen nur noch ein paar Monate bleiben dürfen. Wie gut es gelingen wird, künftig Tänzerinnen im Inland oder aus dem EU-Raum zu rekrutieren, steht in den Sternen. 

Sorgen machen uns auch die berechtigten Existenzängste vieler jährliche wiederkehrender Tänzerinnen sowie von langjährigen Festangestellten, z.B. an den Bars. Nicht selten kommt diesen Menschen die Alleinversorgerfunktion für ihre Familien im In- und Ausland zu. Die Abschaffung des Tänzerinnenstatuts ist deshalb nicht nur die Unternehmer einschneidend, sondern ebenso für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 

Wir machen uns unter hohem Zeitdruck Gedanken, wie es weiter geht. Klar ist bisher einzig, dass die Zahl der Cabarets stark abnehmen wird. Das zeigen die Erfahrungen in Kantonen, die schon länger keine L-Bewilligungen für Tänzerinnen erteilen.