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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
27.08.2006
Kategorie: Bars und Pubs, Rauchverbot

Umsatzeinbrüche wegen Rauchverbot: Schottische Pubs leiden


Das Rauchverbot in Schottland verursacht Frequenz- und Umsatzrückgänge in den meisten Pubs. Das zeigt die erste grosse Umfrage seit der Einführung des neuen Gesetzes. Für den Winter befürchten viele Gastronomen weitere Rückschläge, weil die rauchenden Gäste dann nicht mehr nach draussen ausweichen können.

Schon kurz nachdem Schottland im März dieses Jahr ein Rauchverbot in Restaurants und Bars einführte, verbreiteten verschiedene Medien die Meldung, das schottische Gastgewerbe profitiere umsatzmässig und das Verbot werde problemlos umgesetzt. Das war eine krasse Fehleinschätzung, wie eine Umfrage des 1880 gegründeten Branchenverbands "The Scottisch Licensed Trade Association" (SLTA) belegt.

In jedem dritten Betrieb gab es schon Zwischenfälle, weil das Rauchverbot von Gästen nicht eingehalten wurde. 46% der Wirte verzeichnen einen spürbaren Rückgang der Frequenzen, nur 5% haben mehr Gäste! Gemäss Umfrage verloren 51% der Pubs Umsatz, während nur 7% zulegen konnten.

Das von Tabakgegnern immer wieder in Aussicht gestellte Wachstum dank neuen Gästen ist nicht eingetreten. Besonders stark betroffen sind Betriebe, die keinen Aussenbereich zum Rauchen anbieten können. 64% dieser Pubs geben an, Stammgäste verloren zu haben, nur 4% haben welche dazu gewonnen!

Die Firma Rank Group verzeichnet in ihren 14 schottischen Bingo-Clubs einen Rückgang von 14%, während in England, wo das Rauchen noch erlaubt ist, nur 1% verloren gingen. Die Auswirkungen könne man bestenfalls als unterschiedlich bezeichnen, schreibt die SLTA. Präsident Paul Waterson: "Unsere Mitglieder verhalten sich gesetzeskonform, doch sie bezahlen dafür mit ihrem Einkommen. Die Umfrage bestätigt, was wir in den letzten Monaten von der Basis hörten, nämlich dass viele Betriebe erheblich leiden."

Die Pub-Betreiber seien sehr besorgt, weil selbst im Sommer Rückgänge zu verzeichnen waren - nicht einmal die Fussball-WM vermochte sich positiv auszuwirken - und man fürchte sich vor dem ersten Winter mit Rauchverbot. "Man versprach uns stets, das Rauchverbot würde unser Geschäft beleben", sagt Waterson. Das habe man zwar nie geglaubt und die Rückgänge wurden von der SLTA mit 7% prognostiziert. Leider sei es nun noch schlimmer gekommen: "Die Getränkeverkäufe brachen um über 10% ein, und sogar die Food-Umsätze gingen um 3% zurück."

Gemäss SLTA werde das Rauchverbot schon bald erste Opfer fordern. Waterson kündigt Betriebsschliessungen und Entlassungen an: "Unsere Mitglieder und deren Mitarbeiter bezahlen nun für eine hastige und und falsche Politik der Regierung."