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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
27.02.2008
Kategorie: Diskriminierung, Rauchverbot

Rauchverbote soziologisch betrachtet: Vertreibung der Unterschichten aus dem öffentlichen Raum


Haben Sie sich schon einmal überlegt, welche Hintergründe der sektiererische Kampf gegen das Rauchen haben könnte? Richard Herzinger äusserte in der Zeitung "Die Welt" Gedanken, die nachdenklich stimmen. Gegen die Gebote der Gesundheit zu verstossen komme heute einer ungeheuerlichen Gotteslästerung gleich, schreibt der Autor. Das Rauchverbot sei ein Baustein in einer grossen kulturellen Umkodierung, die in der gesamten westlichen Welt im Gange sei.

Soziologisch betrachtet, gehe es um die systematische Vertreibung der Unterschichten aus dem öffentlichen Raum. Herzinger: "Wer am Qualmen festhält, sich nicht zumindest bemüht, es aufzugeben, gilt als untauglich, einen konstruktiven Beitrag zur menschlichen Gemeinschaft zu leisten." Rauchen, fettes Essen und übermässiges Trinken seien kleine Alltagsfluchten aus einer Diktatur der jederzeit Fitten und Verwendbaren, und deshalb würden diese Tätigkeiten von einer Allianz aus durchkommerzialisierten Aufstiegsmenschen und Öko-Gesundheitsaposteln unbarmherzig verfolgt.

Herzinger: "Die als haltlos stigmatisierten Unterklassen passen nicht mehr in die schöne neue Welt der stets Einsatzbereiten und müssen daher aus der Öffentlichkeit verschwinden". Man werde nicht dulden, folgert der Autor, dass sich die Raucher in eine Art Eckkneipen-Getto zurückziehen. Denn es dürfe keine Schandflecke der Irrationalität und Versumpfung geben, die die Erfolgreichen daran erinnern, dass auch ihnen einmal der Absturz ins Haltlose drohen könnte.