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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
26.06.2009
Kategorie: L-Bewilligungen, Prostitution

Bern will ein Prostitutionsgesetz


Der bernische Grosse Rat will ein kantonales Prostitutionsgesetz schaffen, das “Schranken, Regeln und Schutz im Sexgewerbe” ermöglichen soll. Ein entsprechender Vorstoss wurde mit überwältigendem Mehr überwiesen. Milieuumsätze sollen nicht mehr länger am Fiskus vorbei geschleust werden. Die Frauen sollen ihre Sexarbeit abseits von Menschenhandel, Zwang und Gewalt betreiben können.

Erfahrungen mit einer Kontaktbar in der Nähe von Biel seien positiv verlaufen, sagte Regierungsstatthalter Werner Könitzer vor kurzem an einer Medienkonferenz. Im Hotel Schloss Nidau läuft der Betrieb seit anderthalb Jahren unter Bedingungen, die der Betreiber mit den Frauen, mit Frauenorganisationen und den Behörden ausgehandelt und schriftlich vereinbart hat. Könitzer sagte gegenüber der Zeitung “Der Bund”, er habe das Sexgewerbe von der Unterwelt in eine Halbwelt geholt: “Ein gewisser Dunst bleibt, eine Grauzone müssen wir akzeptieren.”

Polizeikontrollen, die in Nidau dank der Anknüpfung an die Gastgewerbebewilligung auch ohne Verdacht möglich sind, haben ergeben, dass heute nur noch Frauen mit legalem Aufenthalts- und Arbeitsstatus aus den berechtigten EU- und EFTA-Staaten arbeiten würden.

Um dem hohen, gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum der Frauen entgegenzuwirken, können sich die Sexarbeiterinnen nun am Umsatz von nichtalkoholischen Getränken beteiligen. Da viele Prostituierte nur maximal 90 Tage in der Schweiz sind, wurde eine Express-Steuererklärung geschaffen, in der die Frauen ihr Einkommen deklarieren müssen. Um sicherzustellen, dass sie ihrer Pflicht nachkommen, wird zu Beginn eine Kaution verlangt.