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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
17.08.2011
Kategorie: Kosten und Preise, Steuern und Abgaben, Tourismus

Unsere Betriebe müssen entlastet werden – jetzt!


Der starke Franken setzt dem schweizerischen Gastgewerbe massiv zu. Der Tourismus leidet und heimische Kaufkraft wandert ins benachbarte Ausland ab. Unsere Betriebe müssen rasch und spürbar entlastet werden.

Im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft und zum Gastgewerbe in der EU stagniert die Entwicklung der schweizerischen Gastronomie und Hotellerie schon lange. Nun hat sich die Ertragslage so dramatisch verschlechtert, dass wir handeln müssen.

Die schweizerische Tourismuswirtschaft steht im globalen Wettbewerb. Weniger offensichtlich, aber ebenso wahr ist es, dass auch ein guter Teil der nicht-touristischen Gastronomieumsätze in einem Marktumfeld erzielt werden, in welchem Berufskollegen im Ausland mächtige Konkurrenten sind.

Der Euro und der Dollar haben gegenüber dem Franken innert drei Jahren über dreissig Prozent verloren. Mit dem Britischen Pfund kam eine weitere Währung unter die Räder, deren Wechselkurs für den Incoming-Tourismus sehr bedeutsam ist.

Für Touristen aus den wichtigsten ausländischen Quellmärkten ist die Schweiz alleine in den letzten zwei Jahren massiv teurer geworden! Der überharte Franken führt zu Rückgängen bei den Frequenzen und Ausgaben der Touristen aus den Euro-, Pfund- und Dollarzonen, die nicht mehr durch die Zuwächse aus Osteuropa, Asien und Südamerika kompensiert werden können.

Für manche Betriebe noch schlimmer ist die starke Abwanderung der heimischen Kaufkraft ins benachbarte Ausland. Die meisten grossen Schweizer Agglomerationen liegen innert einer Fahrstunde zum "Euro-Land", also genau in denjenigen grenznahen Gebieten, in welchen die Konsumenten immer häufiger ins Ausland ausweichen – zum Einkaufen, zum Essen und in den Ausgang.

Herausforderungen stellen sich also nicht nur im Bereich Freizeittourismus, sondern auch in der Gastronomie und mittelfristig bei Kongressen und Seminaren, die nun im günstigen Ausland statt bei uns geplant werden. Eine sofortige und spürbare Entlastung der Leistungsträger, die sich im internationalen Wettbewerb kaum mehr behaupten können, ist sehr dringend.

1. Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen und alkoholfreien Getränken von 8 auf 2.5 Prozent. Das gäbe Spielraum für Preissenkungen, Investitionen und die Lohnerhöhungen, die uns der L-GAV aufzwingt.

2. Aufhebung von Schutzzöllen, Importbeschränkungen und Handelshemmnissen, damit unsere Betriebe insbesondere Lebensmittel zu Preisen einkaufen können, die dem EU-Niveau wenigstens einigermassen nahekommen.

3. Abbau von Überregulierungen in den Bereichen Arbeitsrecht, Sozialversicherungen und anderswo, damit die administrative Belastung der KMU endlich abnimmt.

4. Längere Arbeitszeiten (z.B. durch Streichung einer Ferienwoche), keine höheren Mindestlöhne und keinen vollen 13. Monatslohn, so lange der Euro unter einem Kurs von 1.30 bleibt.

Maurus Ebneter
PR-Verantwortlicher der ASCO