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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
10.06.2008
Kategorie: Alkohol, Bars und Pubs, Rauchverbot

Die Eckkneipe ist vom Aussterben bedroht: Rauchverbot hemmt Bierdurst


Die Rauchverbote im Gastgewerbe hemmen den Bierabsatz. Die Brauereien in Deutschland verzeichnen starke Rückgänge beim Fassbierverkauf. Viele Einraum-Kneipen werden für immer verschwinden, wenn die Gesetze nicht gelockert werden.

Der Deutsche Brauer-Bund in Berlin weist in einer Medienmitteilung darauf hin, dass die Brauereien etwa einen Viertel ihrer Produktion an die Gastronomie liefern. Dort sei ein Rückgang bei Fassbier von 10 bis 15 Prozent zu verzeichnen. Je nach Region und Struktur belaufe sich das Minus auf bis zu 35 Prozent. "Die ersten Eckkneipen sind bereits geschlossen worden", erklärt Peter Hahn, Geschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, "womit ein Stück Kultur und soziale Kommunikation zerstört wird".

Nach einer empirischen Untersuchung von Brauereien in Hessen ist seit dem Inkrafttreten des hessischen Nichtraucherschutzgesetzes bei 89 Prozent der Gastronomiebetriebe der Umsatz gefallen. Während 10 Prozent der Mehrraumbetriebe einen Rückgang des Bierumsatzes um mehr als die Hälfte zu beklagen haben, sind es bei Einraum-Gaststätten sogar 19 Prozent. Ohne eine entsprechende und vor allem zeitnahe Novellierung der derzeitigen Gesetze wird nach Ansicht der deutschen Brauer die Einraumkneipe in naher Zukunft zu einem erheblichen Teil aussterben. Damit würde auch ein Stück Gastronomiekultur unwiederbringlich verloren gehen.

Weitere Rückgänge beim Bierkonsum sind zu befürchten mit der Folge negativer Auswirkungen auch auf Arbeitsplätze. Die deutschen Brauer plädieren für eine Lockerung der absoluten Verbote. Dem individuellen Gesundheitsschutz könne durch eine entsprechende Kennzeichnung der Gastronomiebetriebe ausreichend Rechnung getragen werden.

Kneipensterben in Hamburg

Ende März 2008 gab es in Hamburg 10.3% weniger Kneipen als ein Jahr zuvor: Die Zahl der "reinen Schankwirtschaften" ging von 928 auf 832 zurück. Das belegen Daten der Finanzbehörde, die erfassen, wie viele Betriebe Umsatzsteuern anmelden. Die Umwandlung vieler Lokale in Raucherclubs kann den Rückgang nicht erklären, denn das ändert für die Steueranmeldung nichts. Während die kleinen Gaststätten also immer weniger werden, blieb die Zahl der bedienten Restaurants bisher stabil. Anfang Jahr wurde in der Hansestadt ein Rauchverbot eingeführt, von welchem besonders Einraum-Kneipen betroffen sind. In einigen Fällen ist der Umsatz um 40% eingebrochen.