ASCO | Blumenfeldstrasse 20 | CH 8046 Zürich | T 044 377 50 25 | F 044 377 55 14 | info(at)asco-nightclubs.ch
Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
18.07.2014
Kategorie: L-Bewilligungen

Jetzt erst recht!


Die Cabaret-Branche ist bis ins Detail reguliert. Viele Auflagen haben ihre Berechtigung, doch was nützen sie, wenn die Behörden die Einhaltung mangelhaft kontrollieren und Verstösse nicht ahnden? Die L-Bewilligungen für Tänzerinnen aus Drittstaaten können nur gerettet werden, wenn wir alle sauber arbeiten – und die Behörden endlich ihren Job erledigen. 

Die klassische Unterhaltungsgastronomie befindet sich einer Krise. Zahlreiche Lokale gingen in den letzten Jahren ein. Das lag nicht nur daran, dass viele Kantone keine L-Bewilligungen mehr für Cabaret-Tänzerinnen erteilen, sondern auch an Veränderungen im Markt. 

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement hat eine Expertengruppe eingesetzt, die Vorschläge für einen verbesserten Schutz der Frauen unterbreitet hat. Der Bericht ist inzwischen veröffentlicht – und doch bereits wieder veraltet, denn das "Ja" zur Masseneinwanderungsinitiative wurde dabei nicht berücksichtigt.

Leider gibt es "Branchenkollegen", die ihre Betriebe nicht gesetzeskonform führen und dennoch als "Cabaret" firmieren. So geraten die L-Bewilligungen in Verruf, was den seriösen Betreibern schadet. Wieso tun sich die Behörden so schwer mit einem konsequenten Vollzug? Die Abschaffung der L-Bewilligungen zu fordern, ist der einfachere Weg. Offenbar wünschen sich manche Beamte nichts sehnlicher, als dass die Probleme aus ihrem Verantwortungsbereich verschwinden. Auch wenn diese Probleme im Untergrund auf gravierende Weise weiter bestehen. 

Wir haben uns stets für einen hohen Berufsethos eingesetzt. Gerade jetzt ist es noch wichtiger als sonst, durch einwandfreies Verhalten gegenüber Gästen, Mitarbeitern, Lieferanten und Behörden Vertrauen zu schaffen. 

· Arbeiten Sie bei der Verpflichtung von Artisten und Artistinnen ausschliesslich mit seriösen Vermittlungsagenturen zusammen, welche sich an die schweizerische Gesetzgebung halten und über ein offizielles Firmendomizil verfügen.

· Schliessen Sie Engagements nach Verträgen, die den Richtlinien des seco entsprechen. Verwenden Sie ASCO-Vertragsformulare!

· Setzen Sie Artistinnen über die erwartete Art der künstlerischen Leistung, die Arbeitsbedingungen und Bewilligungen in Kenntnis – am besten schriftlich und in der Landessprache der Artistinnen.

· Schaffen Sie technische Verhältnisse (Bühne, Ton, Licht), die eine qualitativ hochstehende Darbietung ermöglichen!

· Motivieren Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer selbstverantwortlichen Tätigkeit und verlangen Sie keine Arbeitsleistungen, die Gesundheit und menschliche Würde verletzen könnten.

· Sofern Wohnmöglichkeiten oder Verpflegung Bestandteil des Vertrags sind: Halten Sie sich an marktübliche Kosten, ortsübliche Mietzinsen und kantonale Bestimmungen.

· Verwenden Sie für die Bewerbung der Darbietungen nur Fotos oder Werbematerial, das von den Artisten und Artistinnen (oder von den ihnen beauftragten Agenturen oder Firmen) zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden. Holen Sie für die Veröffentlichung im Internet im Voraus die persönliche, schriftliche Zustimmung der Artistinnen ein.

Es ist schwer zu sagen, wie sich die Dinge entwickeln. Im schlimmsten Fall wird der Bundesrat das Tänzerinnenstatut in der Verordnung über Zuwanderung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit streichen. Zurzeit gehen wir davon aus, dass mindestens noch 2015 Tänzerinnen aus Drittstaaten engagiert werden können, vielleicht aber noch viel länger.

Jürg König
Präsident ASCO