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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
18.07.2014
Kategorie: Verband

ASCO bereitet Neuausrichtung vor


Am 8. Juli trafen sich rund 40 Mitglieder und Gäste zur 81. ordentlichen Generalversammlung der ASCO im Ramada Plaza Basel. Zahlreiche Artikel der Statuten wurden den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Der Verband muss abspecken.

Es war ein regnerischer Tag in der Messestadt Basel. Das Wetter entsprach der Stimmung in der Cabaret-Branche, seit eine vom Bundesrat eingesetzte Expertengruppe im Frühling empfahl, das Tänzerinnenstatut abzuschaffen. Ohne Artistinnen aus Drittstaaten sind die klassischen Nachtclubs in ihrer Existenz gefährdet.  

Präsident Jürg König wies darauf hin, dass der Entscheid noch keineswegs sicher sei. Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative zeige, dass das Volk eine selbständige Steuerung der Immigration wünsche. "Es ist der Wille der Stimmbürger, dass dies mit Kontingenten geschieht, wobei der neue Verfassungstext betont, die Interessen der Wirtschaft seien zu berücksichtigen", so König.

König wertet es positiv, dass es bei den Tänzerinnen bereits eine Kontingentierung gibt: "Das Argument, die Cabaret-Branche solle die Artistinnen doch im EU/EFTA-Raum rekrutieren, wird nun hinfällig, denn auch Arbeitnehmerinnen aus diesen Ländern werden künftig ein Kontingent haben."

Betriebsschliessungen und Konzeptwechsel häufen sich. Das schlägt sich auch bei den Mitgliederzahlen nieder, die innert zehn Jahren von über 300 auf weniger als die Hälfte sanken. Der Vorstand der ASCO schlug der Generalversammlung vor, den Verband stärker auf die Kernaufgaben auszurichten. 

Die Versammlung nahm die entsprechenden Statutenänderungen einstimmig an. Künftig könnte der Vorstand auf vier Mitglieder verkleinert werden. Den bisherigen "Ausschuss" gibt es nicht mehr. Die ASCO wird auch keinen Vertreter mehr bei der paritätischen Stellenvermittlung SFM stellen und keine Schlichtungsstelle für Unterhaltungsmusiker mehr unterhalten. Auf Mitgliederausweise und Geschäftsführerkarten wird künftig verzichtet. 

Die ASCO verfügt nach einem Reinverlust von 18'443 Franken noch über ein Eigenkapital von 248'925 Franken, und für das laufende Jahr wird gemäss Budget ein Minus von 50'497 Franken erwartet. Das zeigt die Notwendigkeit, Aufgabenballast abzuwerfen und die Strukturen zu reformieren. 

Jürg König orientierte die Anwesenden darüber, dass Geschäftsführerin Yvonne Graf-Wenger nach zehn Jahren eine neue Herausforderung annimmt. Sie wird Marketingverantwortliche der Schlafklinik in Bad Zurzach. Das Sekretariat ist nach wie vor bei Gastroconsult angesiedelt und wird nun von Michelle Sauter geleitet. Zurzeit laufen Verhandlungen über eine Reduktion der Aufgaben und Kosten. 

Der Regionalverband Ostschweiz wurde aufgelöst. Dessen Mitglieder sind nun direkt der ASCO Schweiz angeschlossen. Die Zukunft des Groupement Romand ist ungewiss und hängt davon ab, ob ein neuer Vorstand gebildet werden kann.

GastroSuisse war durch den neu gewählten Präsidenten Casimir Platzer vertreten, der in seiner Grussbotschaft dazu aufforderte, sich beim Abstimmungskampf der Mehrwersteuer-Initiative zu engagieren. Anschliessend erläuterte Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel-Stadt, weshalb die Hochpreisinsel massiv schadet. Er formulierte in seinem Referat acht Forderungen, die erfüllt sein müssten, damit das Schweizer Gastgewerbe wieder international wettbewerbsfähig wird.  

Nach der Generalversammlung begaben sich die Mitglieder und Gäste in den 31. Stock des Messeturms, um in der Bar Rouge hoch über den Dächern von Basel einen Apéro zu geniessen. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt traf die Gesellschaft im Restaurant Cibo Mediterraneo ein, um dort ein feines Nachtessen und ein kleines Unterhaltungsprogramm zu geniessen.

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