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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
29.05.2013
Kategorie: Cabarets, Verband

Geschäftsmodell der Cabarets unter starkem Druck


Etwas früher als sonst, bereits am 28. Mai, trafen sich dieses Jahr die Mitglieder der ASCO und zahlreiche Gäste zur Generalversammlung. Der Neuenburgersee bot einen wunderschönen Rahmen, doch die ungewisse wirtschaftliche und politische Situation drückte etwas auf die Stimmung. 

Präsident Jürg König konnte 35 Mitglieder und Gäste zur 80. ordentlichen Generalversammlung der ASCO begrüssen. In seinem Jahresbericht wies er darauf hin, dass das Schweizer Gastgewerbe vor gewaltigen Herausforderungen steht. Es sei schwierig, auf einer Hochkosteninsel international wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Lichtblicke im vergangenen Jahr waren die Ablehnung der fundamentalistischen Lungenliga-Initiative durch das Schweizer Volk und die Tatsache, dass die Eidgenössischen Räte das völlig überflüssige Präventionsgesetz beerdigten. Jürg König gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Verbotspendel langsam zurück schwingt. 

Die Cabaret-Branche blickt sorgenvoll in die Zukunft, wird doch der Bundesrat darüber beschliessen, ob Tänzerinnen aus Drittstaaten weiterhin eine L-Bewilligung erhalten. Die ASCO hat gemeinsam mit Gewerkschaften, Politikerinnen und Politikern aus verschiedenen Lagern sowie zahlreichen Frauen- und Migrantenorganisationen sehr viel unternommen, um auf die enormen Probleme hinzuweisen, die ein Wegfall mit sich bringen würde. 

Es bleibt zu hoffen, dass der Bundesrat erkennt, dass die Aufhebung des Tänzerinnenstatuts nicht nur für die Unterhaltungsgastronomen gravierende Folgen hätte, sondern auch für die Frauen, die Gäste, den Wirtschafts- und Tourismusstandort, die Finanzen der öffentlichen Hand und die Gesellschaft. 

Die schwache Konjunktur und die Rechtsunsicherheit bei den Arbeitsbewilligungen führen leider dazu, dass immer mehr Cabarets verkauft oder anders genutzt werden, was sich im Rückgang der Mitgliederzahlen widerspiegelt. Noch vor zehn Jahren hatte die ASCO über 300 Mitglieder – heute sind es noch 160. 

Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass die Jahresrechnung mit einem Verlust abschloss. Die Bilanz ist allerdings solide: Der Verband verfügt über ein Eigenkapital von über 275'000 Franken und Rückstellungen von gut 300'000 Franken. 



Präsident Jürg König, Geschäftsführerin Yvonne Graf und François Gorgérat vom Groupement Romand der ASCO setzen alles daran, dass Cabaret-Tänzerinnen aus Drittstaaten weiterhin legal beschäftigt werden können.