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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
21.05.2013
Kategorie: Kosten und Preise, Marketing

Jeder dritte Deutschschweizer isst regelmässig im Ausland


Das Schweizer Gastgewerbe leidet unter der Frankenstärke und hohen Produktionskosten. Eine repräsentative Umfrage bestätigt nun, dass es einen regen Gastronomietourismus gibt: Jeder dritte Deutschschweizer isst regelmässig im benachbarten Ausland. "Heavy Users" gibt es nicht nur in den Grenzregionen. Selbst Bankette finden oft nicht mehr in der Schweiz statt.

Das Link-Institut hat im Auftrag des Wirteverbands Basel-Stadt 682 in der Deutschschweiz wohnhafte Personen im Alter zwischen 15 und 74 telefonisch befragt. Fast zwei von drei Befragten, insgesamt 453 Personen, haben in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Restaurant-Mahlzeit im benachbarten Ausland im Rahmen von Tagesausflügen eingenommen. 

6% der befragten Deutschschweizer essen mehr als 20 Mal pro Jahr ennet der Grenze. Weitere 13% tun es neun bis zwanzig Mal, 15% vier bis acht Mal jährlich. Insgesamt isst also jeder Dritte (34%) regelmässig im Ausland. Bei den 15- bis 29-Jährigen sind es sogar 40%.

Die meisten "Heavy Users" (mehr als acht Mal pro Jahr) gibt es in der Ostschweiz und in der Nordwestschweiz (21%) sowie im Kanton Zürich (19%), während es im Kanton Bern (14%) und in der Zentralschweiz (13%) erwartungsgemäss weniger, aber angesichts der Distanz zur Grenze immer noch viele sind.  

Betrachtet man ausschliesslich die privaten Abendessen in bedienten Restaurants, so ergibt sich folgendes Bild: Fast jeder sechste Befragte (15%) geht für 10 bis 29 Prozent solcher Restaurantbesuche über die Grenze, jeder Siebzehnte (6%) für 30 bis 49 Prozent der entsprechenden Anlässe. 4 Prozent der Befragten essen sogar häufiger im Ausland als in der Schweiz.

Doch wieso besuchen die Deutschschweizer Speiselokale im benachbarten Ausland? Fast jeder dritte Konsument gibt darauf keine Antwort oder "weiss es nicht". Von denjenigen, die mindestens einen Grund nennen, geben 61% die Kombination mit Einkäufen im Ausland an. 46% nennen tiefere Preise als Motiv.

Ein Viertel derjenigen, die mindestens einen Grund nennen, hält das Angebot im Ausland für origineller oder vielfältiger (26%), den Service (18%) oder das Essen (17%) für besser. Eine kleinere Rolle spielen Parkplätze (10%) oder die grössere Zahl von Raucherräumen (4%).

Das Kriterium Preis ist bei den Jüngeren wesentlich wichtiger. Die Gruppe der 15- bis 29-Jährigen kritisiert zudem auch häufiger die Originalität und Vielfalt des gastronomischen Angebots sowie die Qualität des Essens in der Schweiz. Die Servicequalität wird von den Jungen hingegen deutlich weniger oft als Beweggrund genannt als von älteren Gästen.  

Erstaunlich sind auch die Zahlen, die zu Banketten erhoben wurden. 12% der befragten Deutschschweizer gaben an, in den letzten zwölf Monaten im benachbarten Ausland an einem organisierten Mittag- oder Abendessen mit zehn oder mehr Teilnehmern teilgenommen zu haben – ein Drittel davon war sogar an mehr als zwei Banketten.  

Während für den Detailhandel detaillierte Studien zum Einkaufstourismus vorliegen, fehlen Erhebungen zu den Auswirkungen des "Gastronomietourismus". Der landesweite Kaufkraftabfluss dürfte etwa 2 Milliarden Franken pro Jahr betragen. Gelänge es, die Gästeabwanderung zu halbieren, würden im Schweizer Gastgewerbe fast 10'000 Stellen entstehen. Zwischen 2009 und 2012 gingen in der Branche 13'000 Jobs verloren.