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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
01.03.2013

Schweizer Städte verlieren den Anschluss


Im Vergleich zu deutschen und österreichischen Reisezielen ist die Wachstumsdynamik der Schweizer Städtedestinationen seit Jahren bescheiden. 2012 gingen weitere Marktanteile verloren. 

Leider vermochten die Schweizer Städte im internationalen Vergleich auch 2012 nicht zu überzeugen. Zwar legte Zürich um 4.4%, Genf um 0.9% und Luzern um 1.1% zu, doch die Konkurrenten in Deutschland und Österreich mehr: So stiegen die Nächtigungszahlen beispielsweise in Hamburg um 11.8%, in Berlin um 11.4%, in Frankfurt um 10.8%, in Salzburg um 8.4% und in Wien um 7.5%.

Bereits zwischen 2007 und 2011 vermochten die Schweizer Städte touristisch kaum noch zu wachsen: Die Übernachtungszahlen in Zürich legten lediglich um 2% zu, diejenigen in Bern und Lausanne um gut 4%. Genf verzeichnete gar einen Rückgang von 4%. Einzige Ausnahme war Basel mit einer Zunahme von gut 14%. 

Im gleichen Zeitraum verzeichneten Städte wie Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Hannover, Mannheim, Freiburg, Karlsruhe und Graz ein Wachstum zwischen 20 und 30%. Auch die Hotelübernachtungen in Frankfurt, Leipzig, Heidelberg und Wien nahmen um beinahe 20% zu. 

Es ist bekannt, dass die Frankenstärke und das hohe Preisniveau in der Schweiz die touristische Entwicklung in den Ferienregionen bremsen. Aufgrund der Vergleichszahlen müssen wir davon ausgehen, dass auch die Städte betroffen sind. Die Hotellerie produziert zu hohen Schweizer Kosten, befindet sich aber in einem globalen Wettbewerb. 

Natürlich lassen sich die Resultate einzelner Städte von Jahr zu Jahr nur bedingt vergleichen, denn Grossveranstaltungen und Ausstellungen, neue Verkehrsverbindungen, Bauwerke und Zimmerkapazitäten führen manchmal zu sprunghaften Anstiegen. Zudem müssten bei einem fairen Vergleich die Logiernächte in der Agglomeration (z.B. Flughafenregion) mitgezählt werden.

Dennoch ist das Gesamtbild eindeutig: Die Entwicklung der Schweizer Städtedestinationen hinkte auch 2012 deutlich hinter den Konkurrenten her. Die Top 6 in der Schweiz legten gegenüber 2011 um 1.5% zu, während die Übernachtungen in den grössten deutschen Städten um durchschnittlich 7.7% und in den österreichischen Städten um durchschnittlich 7.2% zunahmen. 

Besonders deutlich wird die Wachstumsschwäche der Schweizer Städte beim Mehrjahresvergleich von 2007 bis 2012. Von 31 untersuchten Destinationen belegt Basel als beste Schweizer Stadt den 20. Platz. Zürich, Luzern, Bern, Lausanne und Genf liegen abgeschlagen am Tabellenende.

Die Zeichen im Städtetourismus stehen weiterhin auf Wachstum. Bessere und günstigere Verkehrsverbindungen, mehr Reisende aus Fernmärkten sowie der Zunahme von Geschäfts-, Kurz- und Erlebnisreisen begünstigen diese Entwicklung. Die Schweizer Städte profitieren eindeutig weniger von dieser Dynamik als ihre Konkurrenten.