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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
31.10.2012
Kategorie: Diskotheken, Drogen, Lärmprobleme, Promillegrenze, Sperrstunde, Türsteher

Lausanne will Nachtleben beruhigen


Die Stadt Lausanne will neue Vorschriften für Nachtlokale erlassen, den Ladenverkauf von Alkohol am Abend beschränken und härter gegen Dealer vorgehen. 

Das Nachtleben von Lausanne ist weit über die Region hinaus bekannt. Die Stadt verfügt über 34 Diskotheken damit eine grössere Dichte an Lokalen als Zürich und Genf. Es verwundert deshalb nicht, dass es regelmässig zu Spannungen kommt. Nach eigenen Angaben gibt die Gemeinde im Zusammenhang mit dem Nachtleben pro Jahr fünf Millionen Franken für die Sicherheit und Sauberkeit aus.

Zu den Massnahmen, die die Stadt ergreifen will, gehört die Einführung einer Polizeistunde um 3 Uhr (bisher 4 Uhr). Allerdings soll gegen Gebühr weiterhin eine Verlängerung bis 5 Uhr morgens möglich sein, sofern gewisse Bedingungen erfüllt werden. Zu diesen Bedingungen gehören eine Mindestzahl von ausgebildeten Sicherheitsleuten und Metalldetektoren. Beschlagnahmte Messer und gefährliche Gegenstände sollen vor Ort vernichtet werden. Zudem sind gewisse Perimeter vorgesehen, in denen keine Verlängerung bis 5 Uhr möglich ist. 

Geprüft wird auch die Möglichkeit, den Alkoholverkauf ab 4.30 Uhr morgens zu unterbinden und gleichzeitig eine Öffnung bis 6 Uhr morgens zu erlauben. Dazu müsste allerdings das kantonale Gastwirtschaftsgesetz geändert werden.

In Lausanne gibt es rund 80 Läden, die bis 22 Uhr abends Alkohol verkaufen. Diese sollen nun am Wochenende um 18 Uhr und werktags um 19 Uhr schliessen. Zudem soll in einigen Bereichen der Stadt, z.B. auf der Esplanade Chauderon, der Alkoholkonsum zu bestimmten Zeiten verboten werden. 

Thierry Wegmüller, Präsident des Vereins "Lausanne by night" reagiert mit gemischten Gefühlen. Zwar begrüsst er die Begrenzung des Zugangs zu billigem Alkohol und ein schärferes Vorgehen gegen Dealer, man könne aber von den Clubs nicht verlangen, Polizeiaufgaben zu übernehmen.

Die neuen Vorschriften sollen noch dieses Jahr beschlossen und auf Frühling 2013 in Kraft gesetzt werden.