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Verband Schweizerischer Konzertlokale, Cabarets, Dancings und Discotheken
31.08.2009
Kategorie: Diskotheken, Sicherheit, Türsteher

Gefährlicher Trend zum "Ausgang mit Messer"


Der "Tages-Anzeiger" befragte Polizisten, Ärzte, Sicherheitsdienste und Justizvertreter. Die Rückmeldungen zeigen ein beunruhigendes Bild: Messerstechereien nehmen eindeutig zu. Security-Leute in Diskotheken ziehen vermehrt stichsichere Westen an.

Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht eine mit Messer geführte Auseinandersetzung Schlagzeilen macht. Es scheint, als ob ein Messer bereits zur Standardausrüstung für den Ausgang gehört. Vor allem bei jungen Männern mit Migrationshintergrund stellen Sicherheitsfachleute eine Zunahme fest.

Vor einigen Jahren noch kaum ein Thema, werden heute bei Einlasskontrollen regelmässig Messer gefunden. Markus Müller von Swiss Protection Service stört sich daran, dass die eingezogenen Messer ihren Eigentümern bei Verlassen des Lokals meist wieder zurück gegeben werden muss. Das neue Waffenrecht ist zwar bei Schusswaffen und Waffenattrappen restriktiver, doch bei den Messern kam es zu einer Lockerung. Das Tragen von einseitig geschliffenen Messern, die sich einhändig öffnen lassen, ist bis zu einer gewissen Klingenlänge erlaubt.

"Seit Dezember konfiszieren wir nur noch vereinzelt Messer, also deutlich weniger als vor der Angleichung des Waffengesetzes an Schengen-Recht", sagte Klaus Mannhart, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, dem "Tages-Anzeiger". Roland Steiner von der Berner Sicherheitsfirma Broncos Security liess sich wie folgt zitieren: "Besonders junge Männer aus dem südosteuropäischen Raum führen tendenziell eher Messer mit als noch vor vier, fünf Jahren."

Auch die Notaufnahmen der Spitäler bestätigen, dass es mehr Messerstechereien gibt. Im Universitätsspital Basel werden ein bis zwei Mal pro Monat durch Messer verletzte Personen eingeliefert – früher waren es ein bis zwei in einem halben Jahr.

Um sich vor den gefährlichen Angriffen zu schützen, rüsten die privaten Sicherheitsdienste nun auf. Der Absatz von Westen und schnittsicheren T-Shirts habe sich seit 2007 verdoppelt, sagt Yvonne Allemann von der Sicherheitsausrüsterin Swissloxx.